Aufgepasst: Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden

Apotheker überblicken gesamte Medikation ihrer Patienten

(Offenbach am Main, den 13. September 2017) – Wer regelmäßig drei oder mehr verordnete Arzneimittel einnimmt, hat seit dem 01.10.2016  einen Anspruch auf einen Medikationsplan seines Arztes. Eventuell eingenommene Arzneimittel der Selbstmedikation oder Nahrungsergänzungsmittel kann aber nur der Apotheker vor Ort in einem ergänzten Medikationsplan zusammenfassen. Dies ist angesichts möglicher Wechselwirkungen dieser Mittel sinnvoll, erklärt der Hessische Apothekerverband (HAV) zum Tag der Patientensicherheit am 17. September.

Apotheker Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, weist beispielhaft auf die Einnahme von Kalzium zur Stärkung der Knochen hin, was die Wirkung eines gleichzeitig eingenommenen Schilddrüsenmedikamentes erheblich beeinflussen kann. Auch die Kombination von Kopfschmerztabletten mit Blutverdünnern ist  riskant: „Die Apothekerschaft muss daher in die Erstellung des Medikationsplanes eingebunden werden und sie muss für ihre Leistung honoriert werden.“

Seyfarth hebt die Kompetenz der Apotheker in allen Arzneimittelfragen hervor: „Wir können die Ärzte bei der Auswahl der passenden Arzneimittel beraten und können die Patienten motivieren, ihre benötigten Medikamente richtig einzunehmen. Die teuerste Pille hilft nicht, wenn sie nicht oder falsch eingenommen wird.“

Nicht nur angesichts des demographischen Wandels wird nach Ansicht des Apothekers dem Medikationsmanagement wachsende Bedeutung zukommen. „Auch die Therapien werden komplexer. Wenn die Menschen dauerhaft gut versorgt sein sollen, muss der Gesetzgeber die Bedeutung der Apotheker anerkennen und ihre Rolle als „Arzneimittel-Manager vor Ort“ stärken.“

 

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